Lagerdraht Sommerlager 2017

Samstag, 08.07.2017

Viele fleissige Bauern versammelten sich am 8. Juni beim Wöschhüsli in Sins. Ihre Mission lautete darin, die zerstrittene Familie Senn zu versöhnen und gleichzeitig das verlorene Geheimnis für die Schweinezucht wieder zu finden. Mit diesem Hintergedanken bestiegen sie den Zug in Richtung Lagerplatz – die Reise wurde jedoch abrupt beendet. Der Dorftrottel, auf welchen sie unterwegs stiessen, hatte lediglich die Bahntickets bis nach Luzern gelöst. Deshalb mussten sie anhand einiger Rätsel und mit Hilfe der Städter einige versteckte Subventionstaler finden, mit welchen sie sich die Bahnkarten für die Weiterreise kaufen konnten. Doch mit den falschen Bahnkarten nicht genug – der Dorftrottel hat auch noch die falschen Landkarten vorbereitet, weshalb die Bauern nicht bis ins Dorf gerieten. Ihre erste Nacht verbrachten sie auf einem fremden Bauernhof und die Reise setzen sie erst am nächsten Morgen fort. Den Abend verkürzen die Bauern, indem sie kurze Theater einstudierten und diese sich gegenseitig präsentierten.

Sonntag, 09.07.2017

Nach der Nacht auf dem fremden Bauernhof setzten die Bauern ihre Reise in Richtung Lagerplatz fort. Der Weg führte sie über verschiedene Wiesen und Wege und so gelangten sie nach einer Weile in Neuenkirch auf den Lagerplatz. Die Bauern wurden sogleich mit dem Mittagessen überrascht. Nach dem Essen wurden die Schlafzelte aufgestellt und mit selbstgebauten Blachen-Vorzelten ausgestattet. Der Nachmittag verging wie im Flug, da auch weitere Bauten wie beispielsweise ein Volleyball-Netz oder weitere Konstruktionen gebaut wurden. Unterbrochen wurden wir jedoch gegen Abend durch eine Gewitterfront. Damit wir uns trotzdem trocken und sicher verpflegen konnten, suchten wir kurzerhand den Stall unseres Lagerplatz-Vermieters auf, wo wir das Abendessen einnahmen. Die leckeren American-HotDogs wurden nahezu restlos verspeist. Kurze Zeit nach dem Essen war das Gewitter vorbei und wir konnten wieder auf den Lagerplatz, wo noch ein Auktionsspiel stattfand. Der Bauernhof der Familie Senn hatte seit dem Tod des Vaters sehr gelitten und viele Materialien und Maschinen waren defekt oder mussten ausgetauscht werden. Bei der Auktion hatten die Bauern die Möglichkeit, möglichst viele Fähigkeiten, Hilfsmittel und Infrastruktur zu einem möglichst guten Preis zu ersteigern, und möglichst ohne Kredite der Bank auszukommen. Denn wer zuletzt neben den wertvollen ersteigerten Waren noch das meiste Geld übrig hatte, gewann das Spiel. Nach einem feinen Stück Kuchen zum Dessert, verkrochen sich die Bauern in ihren Zelten.

Montag, 10.07.2017

Der Montagmorgen startete nach dem Morgenessen mit einem Theorieblock, bei welchem den Kindern verschiedene Seilarten und -techniken beigebracht wurden. Nach der Theorie wurde das gelernte praktisch angewendet, indem eine Strickleiter, eine Seil- und Slackline-Brücke, sowie eine Seilbahn gebaut wurde. Nach dem Mittagessen mussten die Bauern in einem Geländespiel im Wald Geld verdienen. Mit diesem konnten sie im Supermarkt Kraftfutter für die Schweine kaufen. Doch unterwegs lauerten drei hungrige Diebe, welche das Kraftfutter stehlen konnten. Das rasante Geländespiel gewann am Schluss diejenige Gruppe, welche das meiste Kraftfutter sammeln konnte. Die hungrigen Mäuler wurden anschliessend mit feinen Burger gestopft. Nach dem Essen wurde ein Gericht einberufen, da sich die Gebrüder Senn gegenseitig des Rezepturklaus beschuldigten. Doch die Gerichtsverhandlung führte lediglich zu einer regen Diskussion und endete in einem Streit. Der Richter konnte noch kein Urteil fällen und der Gerichtstermin wurde auf den nächsten Tag aufgeschoben. Danach wurden wir abermals durch ein Gewitter unterbrochen. Ein weiteres Mal suchten wir die sichere Unterkunft beim Lagerplatz-Vermieter auf, wo wir ein Matrazengame machten. Bei diesem müssen in einem Wettkampf von mehreren Gruppen Fragen zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Schwierigkeitsstufen beantwortet werden. Nachdem die Gewitterfront vorübergezogen war, konnten wir wieder in unseren Zelten schlafen gehen.

Dienstag, 11.07.2017

Den Dienstagmorgen verbrachten wir hauptsächlich mit Basteln. In verschiedenen Ateliers konnten beispielsweise Armbänder, Schlüsselanhänger oder ein Notkocher aus Konservendosen gebastelt werden. Das Basteln und Ausprobieren bereitete allen sehr viel Freude. Nach dem Mittagessen fand ein Sportturnier statt, bei welchem die Teams gegeneinander im Lacrosse antraten. Später am Nachmittag fand ein Waldkundeblock statt, wo die Kinder einiges über Bäume, den Wald und dessen Bewohner erfahren konnten. Ausserdem sammelten die Kinder Holzstecken für Schlangenbrot, welches zusammen mit Würsten über dem Feuer grilliert wurde. Nach dem Abendessen wurde erneut ein Gericht einberufen. Diesmal sassen nicht nur die Gebrüder Senn auf der Anklagebank, auch der Vorsteher der Greenpeace-Bewegung, Herr Vegan, wurde des Geheimnisklaus verdächtigt. Ausserdem wurde während dem Gericht die Zerstörung des Schweinestalls der Familie Senn entdeckt. Die Frage, wer den Stall demolierte, konnte leider bis zuletzt nicht geklärt und bewiesen werden. Aus diesem Grund wurde der Gerichtstermin abermals aufgeschoben. Gegen Abend sassen wir dann alle zusammen und sangen friedlich am Lagerfeuer noch einige Lieder, bis wir schlafen gingen.

Mittwoch, 12.07.2017

In einem Technikparcours durften die Kinder viele lehrreiche und neue Dinge lernen. Die verschiedenen Posten bestanden aus den Themengebieten Wetter / Orientierung, Umgang mit Feuer, Unfallprävention und erste Hilfe und Umgang mit Werkzeugen. Das zugehörige Wissen wurde jeweils dem Alter entsprechend anhand praktischer Beispiele / Anwendung oder auf spielerische Art und Weise vermittelt. Nach dem verzehren der leckeren Fotzelschnitten ging es schon bald zu Fuss auf den Weg Richtung See. Denn durch die Zerstörung des Stalls am Dienstag sind alle Schweine ausgebüxt. Glücklicherweise hat unser Nachbar die Herde beim Ausreissen gesichtet und uns seine Beobachtungen mitgeteilt. Die geflüchteten Säuli vergnügten sich tatsächlich im See. Während dem einsammeln genossen wir die willkommene Abkühlung im Wasser. Mit selbstgebauten Flossen trugen wir Stafetten, Rennen und weitere Spiele aus. Doch schon bald darauf mussten wir uns auf den Rückweg machen, damit wir nicht zu spät zum Abendessen zurückkommen. Denn die leckeren Köttbullar (oder einfach Hackfleischbällchen) wollte sich niemand entgehen lassen. Nach dem Essen wurde es Zeit für ein weiteres Mal den Rucksack packen. Schliesslich möchten wir noch herausfinden, wer unseren Stall zerstört und die Schweine freigelassen hat. Beim Untersuchen der Überbleibsel des Geheges fanden wir tatsächlich noch Spuren in Form eines Zettels, auf welchem «Greenpeace» zu lesen war. Im nahen Wald trafen wir auf Mitglieder, bei welchen weitere Zettel gesammelt und verloren werden konnten. Durch das Zusammensetzen der Zettel erhielten wir ein Kroki (vereinfachte Karte) mit der Wegbeschreibung zu einem anderen Dorf. Diese heisse Spur mussten wir natürlich sofort verfolgen. Doch im anderen Dorf angekommen kannte leider keiner der Dorfbewohner unseren Hauptverdächtigen – Herr Vegan. Um jegliche Missverständnisse auszuschliessen bauten wir ihn deshalb in Form von Vogelscheuchen nach. Doch auch das führte zu keinem Erfolg, weshalb wir unsere Suche fürs erste aufgaben. Im Gasthof konnten wir glücklicherweise noch übernachten, sodass wir nicht zu später Stunde noch zurückreisen mussten.

Donnerstag, 13.07.2017

Welch Ärger – schon früh am Morgen wurden wir geweckt. Zu unserer Überraschung war es Herr Vegan, der auf dem Hügel stand und ganz entsetzt zu uns herunter jammerte. Er ist enttäuscht von uns, dass wir immer noch ihn als Hauptverdächtigen haben und ihn sogar mit «grässlichen» Vogelscheuchen nachbauen. Ausserdem lieferte er ein handfestes Alibi, dass er sich zur Tatzeit unmöglich auf unserem Bauernhof aufgehalten haben kann. Wir packen unseren sieben Sachen und machen uns mit dieser überraschenden Erkenntnis zurück zu unserem Lagerplatz. Doch damit nicht genug – bei der Ankunft auf unserem Bauernhof sehen wir bereits aus der Distanz merkwürdige Gestalten, welche am defekten Schweinestall hantieren. Wir stürmen auf den Stall zu und erkennen verwundert die Gebrüder Senn. Da kann etwas nicht stimmen! Sofort begeben wir uns auf die Jagd nach Seppi, Ueli, Hansjörg, Joachim und weiteren unbekannten Gestalten. In einem langen und ermüdenden Kampf konnten die Personen dingfest gemacht werden. Aufgrund dieser mysteriösen Wendung musste natürlich sofort ein ausserordentliches Gericht einberufen werden, wo die Gefesselten auf der Anklagebank Platz nahmen. In einer ausführlichen und hitzigen Debatte kamen verschiedenste Delikte und Geständnisse ans Licht. Kurz zusammengefasst war die Zerstörung des Schweinestalls lediglich ein weiterer versuchter Versicherungsbetrug der Gebrüder, welcher mangels Geld begangen wurde. Sie hatten für die Tat den Dorftrottel Doofy angeheuert, welcher sich überraschenderweise als weiteren Sohn des verstorbenen Vaters herausstellte. Die Zerstörung des Schweinestalls war somit geklärt, über den Verbleib des Schweinezuchtrezepts waren sich die Brüder aber noch immer nicht im Klaren. Sie merkten jedoch, dass das Geheimrezept bereits seit dem Tod des Vaters verschwunden war und nicht erst später abhanden kam. Somit konnte ausgeschlossen werden, dass es einer von ihnen geklaut haben muss. Diese Erkenntnis brachte endlich ein wenig Frieden in die Familie Senn. Diesen ereignisreichen Morgen mussten wir aber erstmal verdauen.
Für den Nachmittag teilten wir uns in zwei Altersgruppen auf. Die jüngeren Kinder machten sich auf den Weg nach Rothenburg und besuchten den TONI’s Zoo. Wir schauten uns die verschiedensten Tiere an und durften die Fütterung der Krokodile, Warane und Pinguine mitverfolgen. Pünktlich aufs Abendessen waren wir dann wieder zurück auf dem Lagerplatz. Danach hatten wir einen freien Abend, welchen wir beliebig mit Spielen und Aktivitäten verbringen durften.
Die Gruppe der älteren Teilnehmer reiste nach Römerswil. Dort durften wir in der Fischzucht angeln und die Fänge wurden gleich zubereitet. Nachdem wir die köstlichen Fische verspeist haben, reisten wir auch zurück und kamen gegen 21 Uhr auf dem Lagerplatz an. Auch wir durften den Rest des Abends nach eigenen Wünschen gestalten.

Freitag, 14.07.2017

Weil der Donnerstag ziemlich anstrengend war, durften wir heute fast ausschlafen. Am Morgen gab es lediglich ein grosses Chnebelturnier, bei welchem wir in Gruppen gegeneinander antraten. Beim Chneble geht es darum, mit Holzstecken die gegnerischen Stöcke so umzuschiessen, dass der eigene im Boden stecken bleibt. Die Leiter begannen währenddessen schon mit dem Abbauen der Lagerbauten. Ausserdem wurde im Wald bereits eine leckere Überraschung zubereitet, welche jedoch noch nicht zum Mittagessen aufgetischt wurde. Am Nachmittag erklärte der Anwalt der Familie Senn, dass er uns etwas verschwiegen hat. Er hat dem verstorbenen Vater geschworen, dass er dessen Testament erst veröffentlicht, sobald sich die Gebrüder Senn vertragen und nicht mehr andauernd miteinander streiten. Durch die Versöhnung von Seppi, Ueli, Hansjörg und Joachim am Donnerstag durfte er nun endlich das Testament vorlesen. Darin war die Rede von einem Koffer, nach welchem wir anschliessend in einem Stern-OL suchten. Tatsächlich trafen wir auf einen Koffer, welcher jedoch durch ein Zahlenschloss geschützt ist. Bevor wir diesen aber öffnen können, werden wir zum Abendessen gerufen. Doch was wir antreffen ist kein gewöhnliches Abendessen, sondern ein Festessen. Die leckere Überraschung war ein Spanferkel, welches über acht Stunden mit viel Liebe aufwendig zubereitet wurde. Ein kulinarisches Highlight am Ende der Woche! Nachdem sich alle satt gegessen haben, konnte mit Hilfe des Anwalts endlich auch der Koffer geöffnet werden. Und tatsächlich lüftete sich das Geheimnis um das Rezept der Schweinezucht. Hinter den stärksten und besten Schweine des Landes steckte nichts anderes als die Liebe der Familie Senn zueinander. Da sich die Brüder nach dem Tod des Vaters zerstritten, konnten nicht mehr gleich gute Säuli gezüchtet werden. Der gewiefte Vater ahnte den Ärger nach seinem Tod, weshalb er das Geheimnis für sich behielt und es lediglich seinem Anwalt anvertraute. Unter der Bedingung, dass sich seine Söhne lieben und vertragen, erteilte er dem Anwalt die Berechtigung, ihnen das Geheimnis zu lüften. Die Wiedererlangung des Rezepts und die Friedensschliessung unter den Brüdern wurde am Bunten Abend ausgiebig gefeiert.
Schliesslich verbrachten wir unsere letzte Nacht nicht mehr in den Schlafzelten, sondern alle zusammen im grossen Aufenthaltszelt.

Samstag, 15.07.2017

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Aufräumens. Mit Spielen wie British Bulldog, Schränze und vielen weiteren beschäftigten wir uns, während die Leiter mit Hilfe einiger Kinder die Bauten zusammenräumten und Material auf die Anhänger aufluden. Schon bald war der Lagerplatz wie leergefegt und nicht mehr wiederzuerkennen. Deshalb machten wir uns bald darauf auf den Weg nach Hause. Pünktlich um 15 Uhr trafen wir am Bahnhof in Sins ein, wo wir uns erschöpft aber überglücklich voneinander verabschiedeten. Bis nächstes Jahr im Kantonssommerlager!

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